Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach wirbt zum Start der 8. Bayerischen Impfwoche am Freitag (3. Juli) für die Impfung gegen krebserregende Humane Papillomviren (HPV). Gerlach betonte am Donnerstag: „HPV-Infektionen sind die Hauptursache für bestimmte Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs oder auch Tumore im Mund- und Rachenraum. Deshalb ist es wichtig, sich zu schützen.“
Die Ministerin fügte hinzu: „Bayernweit sind allerdings nur rund 50 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 30 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Deshalb legen wir bei der Bayerischen Impfwoche in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die HPV-Impfung – mit zahlreichen Partnern. Insbesondere die bayerischen Gesundheitsämter leisten dabei mit Informationsangeboten und Veranstaltungen vor Ort einen wichtigen Beitrag.“
Daneben haben auch die Krankenkassen zugesichert, im Rahmen der Impfwoche ihr Informationsangebot auszuweiten und gezielt Versicherte anzusprechen. Die Ärzteschaft bietet in dieser Zeit vermehrt HPV-Impfungen an und die Bayerische Landesärztekammer legt eine Fortbildungsinitiative zur HPV-Impfung für Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinische Fachangestellte auf. Auch die Apotheken beteiligen sich mit Aufklärungs- und Beratungsangeboten – und die Kassenärztliche Vereinigung Bayern hat zugesagt, die Vertragsarztpraxen für die HPV-Impfung zu sensibilisieren.
Gerlach erläuterte: „Schätzungen zufolge infizieren sich 75 bis 80 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens mit HPV. Häufig verlaufen Infektionen unbemerkt und ohne Folgen, sie können jedoch auch schwerwiegende Krebserkrankungen auslösen: In Deutschland erkranken laut Robert Koch-Institut jedes Jahr rund 3.000 Männer und 7.450 Frauen an HPV-bedingtem Krebs.“
Die Ministerin ergänzte: „Den größten Anteil macht dabei Gebärmutterhalskrebs aus, an dem jährlich etwa 1.400 Frauen in Deutschland sterben. In Bayern gibt es jedes Jahr knapp 700 bösartige Neuerkrankungen und rund 200 Sterbefälle durch Gebärmutterhalskrebs.“
Übertragen werden die Viren vor allem beim Geschlechtsverkehr. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Zum Auftakt der Impfwoche besucht die Ministerin am Freitag in München die Gemeinschaftspraxis des Kinderarztes Philipp Schoof sowie den öffentlichen Informationsstand des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) in der Münchener Innenstadt. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger zum Start der Bayerischen Impfwoche vor Ort informieren. Das BZKF bietet zudem am 8. Juli eine Online-Fragestunde mit Expertinnen und Experten zum Thema HPV an, an der interessierte Bürgerinnen und Bürger kostenfrei teilnehmen können.
Die Ministerin fügte hinzu: „Ziel der Impfwoche ist es, dass sich möglichst viele Menschen mit dem Thema Impfen auseinandersetzen, denn Impfungen sind ein einfacher und wirksamer Schutz vor Infektionskrankheiten. Das gilt nicht nur für HPV, sondern ebenso für Masern, Tetanus oder FSME sowie für viele weitere wichtige Impfungen – ein kleiner Pieks hat eine große Wirkung!“
Die Impfwoche ist eine gemeinsame Initiative des Gesundheitsministeriums und der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI). Vom 3. bis zum 12. Juli 2026 können sich Bürgerinnen und Bürger bei Veranstaltungen und an Infoständen im ganzen Freistaat zum Impfen allgemein und besonders zur HPV-Impfung informieren. Zusätzlich stehen Informationen für Eltern und Jugendliche auf der Website des Bayerischen Gesundheitsministeriums zur Verfügung.