Treffen mit dem für Wirtschaftsfragen zuständigen Vize-Ministerpräsidenten der Volksrepublik China, He Lifeng
Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, hat heute zum Abschluss des ersten Tages ihres Antrittsbesuchs in Peking den für Wirtschaftsfragen zuständigen Vize-Ministerpräsidenten der Volksrepublik, He Lifeng, zu einem Gespräch getroffen.
Beide Seiten tauschten sich über Stand und Perspektiven der bilateralen Beziehungen im Kontext einer schwierigen weltwirtschaftlichen Lage und eines zunehmend herausfordernden geopolitischen Umfelds aus. Wirtschaftsministerin Reiche und Vize-Ministerpräsident He Lifeng erläuterten auch, wie man die Potenziale der Zusammenarbeit zum beiderseitigen Nutzen künftig noch besser auszuschöpfen könne.
Bundesministerin Reiche unterstrich das Interesse Deutschlands an ausgewogenen, reziproken und gegenseitig vorteilhaften Handelsbeziehungen sowie das Potenzial des chinesischen Marktes. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen für den deutschen Wirtschaftsstandort ein entscheidender Faktor seien. Jede Reduzierung der Ausgewogenheit oder Transparenz des Handels gehe daher mit Herausforderungen für Deutschland einher.
Es sei wichtig, im Wege des Dialogs und offenen Gesprächs konkrete Verbesserungen herbeizuführen. Von fairem Wettbewerb, Regelgebundenheit und mehr Berechenbarkeit würden beide Seiten profitieren.
Im Zentrum des intensiven Austauschs mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao standen die Perspektiven der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen. Gegenstand des Gesprächs waren auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf Unternehmensebene etwa im Technologie- und Innovationsbereich.
Der wirtschaftliche Austausch mit China ist laut Ministerin Reiche nach wie vor von hoher Relevanz. Den Dialog müsse man fortsetzen und künftige Kooperationspotenziale zum Nutzen beider Seiten ausloten. Auch Entwicklungen wie divergierende Exportentwicklungen und steigender Wettbewerbsdruck müssten zur Sprache kommen. Aufgrund der Stärke der chinesischen Wirtschaft hätten die Bewertung der Währung und der Binnenkonsum in China unmittelbare Rückwirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Geopolitische Spannungen und Unsicherheiten in den Lieferketten insbesondere von kritischen Rohstoffen würden die Lage zusätzlich verschärfen.
Es gelte daher, im Gespräch mit der chinesischen Seite rasch zu konkreten Verbesserungen und Fortschritten bei der Schaffung eines Level Playing Fields zu kommen, um die Potenziale einer beiderseits vorteilhaften Kooperation auszuschöpfen. Beide Seiten vereinbarten, durch ihre Experten ausloten zu lassen, wie der gemeinsame Austausch zur Lösung von Handels- und Investitionsfragen strukturiert und zielführend gestaltet werden kann.
Beim Gespräch dem Stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission der Volksrepublik China, Zhou Haibing, betonte die Wirtschaftsministerin, dass neben der Größe des Marktes und kostengünstigen Produktionsstrukturen, auch eine hohe Innovationsdynamik dazu beitragen, dass viele deutsche Unternehmen künftig weitere Potenziale in China nutzen möchten. Sie verwies auf die Bedeutung sicherer und offener Lieferketten. Verlässlichkeit sei für Unternehmen ein entscheidender Faktor, der bei nationalen Vorgaben stets zu bedenken sei.
Zudem betonte sie den Beitrag, den die über 5.000 im Land vertretene deutsche Firmen leisten, die bislang kumuliert rund 100 Milliarden Euro vor Ort investiert haben und rund eine Millionen Arbeitsplätze in China stellen.