MÜNCHEN – Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger und Innenminister Joachim Herrmann haben Vertreter der Energiewirtschaft, des Katastrophenschutzes, der kommunalen Spitzenverbände sowie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu einem Runden Tisch eingeladen. Ziel des Austauschs zum Thema „Schutz der bayerischen Energieinfrastruktur“ war es, die hohe Bedeutung des Schutzes kritischer Energieinfrastrukturen hervorzuheben und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure weiter zu stärken.
Auch auf Bundesebene werden derzeit die Weichen für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) neu gestellt. Im März wurde das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet. Eine nationale Resilienzstrategie sowie sektorspezifische Regelungen sollen folgen.
Aiwanger erklärte: „Die Energieinfrastruktur ist das Rückgrat unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Ohne eine verlässliche Energieversorgung läuft nichts – sie ist Grundvoraussetzung für Industrie, Handwerk und Dienstleistungen und entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns. Unser Stromnetz zählt zu den zuverlässigsten in Europa – nicht zuletzt dank der leistungsfähigen Netzbetreiber im Freistaat. Bayern setzt sich konsequent dafür ein, dass die Energiesysteme flexibel und robust funktionieren, die Versorgung nach Störungen schnell wiederhergestellt werden kann und die Versorgungssicherheit weiter gestärkt wird.“
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und hybrider Bedrohungen werde der Schutz der Energieinfrastruktur immer anspruchsvoller. Aiwanger betonte: „Physische Angriffe auf die Energieversorgung, wie die Brandanschläge auf Strommasten bei Garching im Mai 2026, führen uns vor Augen, dass die Gefährdung real ist. Beim Schutz kritischer Infrastrukturen müssen Bund, Länder, Kommunen und die Energiewirtschaft an einem Strang ziehen. Eine noch engere Abstimmung und Verzahnung aller relevanten Akteure in Bayern ist deshalb unerlässlich.“
Joachim Herrmann unterstrich: „Als Innen- und Katastrophenschutzminister ist es mir ein besonderes Anliegen, den Schutz Kritischer Infrastrukturen als Teil unserer gemeinsamen Verantwortung für die Innere Sicherheit und den Bevölkerungsschutz in Bayern zu verstehen. Der heutige Runde Tisch bietet eine wichtige Gelegenheit, gemeinsam mit den Betreibern Kritischer Infrastrukturen strategische Weichen zu stellen und in einem offenen, partnerschaftlichen Austausch über eine noch engere Zusammenarbeit zu beraten.“
Herrmann verwies zudem auf die Vorsorge des Freistaats für Krisenlagen: „Neben regelmäßigen Übungen zu Stromausfällen spielen Notstromaggregate eine zentrale Rolle in unserer Krisenvorsorge. Bayern verfügt bereits über 170 Notstromaggregate im Katastrophenschutz sowie weitere 54 Aggregate beim THW. Bis Ende 2027 soll die Zahl auf rund 250 Geräte steigen, um auch in außergewöhnlichen Lagen über ausreichende Kapazitäten zu verfügen. Entscheidend ist dabei, dass unsere technische Vorsorge mit den Notfall- und Vorsorgekonzepten der Betreiber Kritischer Infrastrukturen eng verzahnt ist.“
Ansprechpartner:
Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
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