Bahn-Gewerkschaft EVG rechnet mit ICE-Streichungen auch in Bayern Große Gefahr für Nahverkehrsverbindungen durch neue Trassenvergaben Bernreiter: „Keine Rosinenpickerei!“
Eine medial bekanntgewordene Studie der Bahn-Gewerkschaft EVG legt offen, dass in mehreren deutschen Städten ICE-Anbindungen verloren gehen könnten. Hintergrund: Ein neues Eisenbahnunternehmen aus Italien drängt in den deutschen Markt. Der Kampf um bestehende Trassen könnte auch in Bayern zu Streichungen im Fernverkehr führen. Medial genannt sind Augsburg, Bamberg und Ingolstadt. Auswirkungen gäbe es aber auch auf den Nahverkehr. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der auch Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz (VMK) ist, macht deutlich: „Ich kämpfe dafür, dass keine neuen Trassen vergeben werden, solange es so viele Baustellen im Netz gibt, schon gar nicht zu Lasten des Schienenpersonennahverkehrs!“
Bernreiter betont, dass es dazu bereits einen Beschluss der Verkehrskonferenz gibt, der im Frühjahr in Lindau unter bayerischem Vorsitz getroffen wurde. Darin heißt es mit Bezug auf die Trassenpläne: „Die Verkehrsministerkonferenz fordert […] den Bund, die Bundesnetzagentur und die DB InfraGO AG auf, einen Lösungsweg zu erarbeiten, welcher die Interessen der Eisenbahnverkehrsunternehmen ebenso berücksichtigt wie die Erwartungen der Länder, ein für den SPNV attraktives und planbares Angebot zu ermöglichen.“
Genau das sieht Bernreiter durch den Markteintritt weiterer Teilnehmer in Gefahr, die lediglich finanziell attraktive Strecken bedienen möchten. „So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, erklärt Bernreiter. „Neue Trassenvergaben dürfen nicht zu Einschnitten in Bayern führen! Dem Fernverkehr muss auferlegt werden, dass die Regionen in der Fläche angebunden sein. Dafür setzt sich nicht nur Bayern an, dafür stehen alle Länder.“